Präsidenten- und Journalistenrabatte…

von Gottlieb F. Höpli

im St.Galler Tagblatt nimmt der Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz, der Journalist Gottlieb F. Höpli, die Doppelmoral vieler deutscher Medienschaffender aufs Korn, die dem deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff die verwerfliche Annahme von Vergünstigungen und Vorteilen vorwerfen. Aber wie steht es denn mit den Rabatten und Vorteilen für deutsche Journalisten? Hier die Tagblatt-Glosse:
“ Als er endlich ganz oben angekommen war, muss sich Christian Wulff vorgekommen sein wie im Schlaraffenland: Da ein günstiger Hypothekarkredit, dort eine Einladung ans Oktoberfest oder sogar in die Ferienvilla, und auch zu ihren Autos kamen Herr und Frau Wulff zu besseren Konditionen als Otto Normalverbraucher. Das geht nicht, finden unisono die deutschen Medien. Weil solche Vorteile doch stets mit Erwartungen verbunden sind.
Die rund 50000 deutschen Journalisten bekommen, wenn sie ihren Ausweis zücken, bei Banken günstigere Kredite, fliegen und reisen zum halben Preis (wenn nicht gar gratis) und bezahlen für die meisten Neuwagen 15 Prozent weniger. Rund 1700 Presserabatte sind auf der Website www.journalismus.com aufgelistet (da könnten die Schweizer Kollegen vor Neid erblassen). Das macht aber gar nichts: Solche Vorteile bekommen die Journalisten ja sicher nur, weil die deutschen Firmen vor ihrer hehren Aufgabe und Unbestechlichkeit eine so hohe Achtung haben.“

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