Unkommmentierter Zusammenschluss

von Melanie Staub

Im letzten Frühjahr spannten die beiden Medienmagazine Edito und Klartext zusammen. Ob und wie dies die Vielfalt im Medienjournalismus tangiert, wurde bisher nicht näher untersucht. Aber  skeptische Stimmen waren sehr wohl zu vernehmen.

Am  31. Mai 2011 schrieb Florian Imbach auf medienkritik-schweiz.ch:

Ich finde das neue Edito-Klartext eine Katastrophe. Kein für mich als Journalisten erkennbarer Mehrwert, sondern nur zahme Texte. Wenn die Macher dieses Magazins ernsthaft Leser wollen und nicht nur auf die “Zwangsverteilung” durch Journi-Organisationen setzen, müssen sie sich etwas einfallen lassen. Es würde mich sehr freuen, wenn das gelänge.

Neues Cover von Edito+Klartext

Quelle: www.klartext.ch

Das Magazin „Klartext“ wurde bis zur Zusammenlegung von Klartext und Edito von einer Stiftung getragen. Im Gegensatz dazu wird das Edito von den Gewerkschaften „impressum„, „SSM“ und „Syndicom“ unterstützt. Dies könnte die skeptischen Stimmen der Blogger auf medienkritik-schweiz.ch erklären. Geht man davon aus, dass sie vermuten, dass dadurch ein Glashausdilemma entstehen könnte. Wer will schon gegen die eigenen Abonnenten schiessen?

Seit der Zusammenlegung sind nun sowohl die Gewerkschaften als auch die Stiftung von Klartext gemeinsam für die Herausgabe des Magazins verantwortlich.

Auf der Homepage von Klartext, waren zum Zusammenschluss auch kritische Worte zu finden:

Ronnie Grob sagt:
09/03/2011 um 16:59
Hm, ich weiss nicht recht. KLARTEXT war eine klare Ansage für klare Worte, also kritischer Journalismus, der einsteht für kritischen Journalismus. Den Titel EDITO dagegen fand ich schon immer etwas verschwurbelt, ich habe noch nie verstanden, für was der Name EDITO steht. Und jetzt soll das Magazin EDITO + KLARTEXT heissen? Nun denn. Aber inhaltlich ist das doch ziemlich sinnfrei, oder? Es wird dabei nur klar, dass der Kompromiss zwischen den fusionierenden Parteien “total fair” war. Wie auch immer: viel Glück damit und einen guten Start!

Und ein Blog-Eintrag, ganz speziell für die Zusammenlegung der zwei Titel kann man dann doch auch noch finden: Abt. Unheilige Allianzen – heute: Klartext und Edito. Des weiteren gab es auch eine Meldung zur Zusammenlegung in der Werbewoche. Kritisch ist daran allerdings nichts.

Allzu viel ist im Netz allerdings nicht zu finden. Einzig als Quelle für Blog-Einträge sind die Magazin-Namen noch zu finden. So zum Beispiel bei der Medienwoche und Medienspiegel.

Wieso nutzen hier die Medien nicht ein Mal die Chance zu hinterfragen, wieso sich zwei Magazine zusammenlegen, nachdem sie Jahrelang genau in diesen Titeln von eigenen Fehlern und Fehlentscheidungen lesen mussten? Und wieso verstummten die wenigen Stimmen, die zuerst ertönten?

Ganz so schlimm, wie zuerst von einigen befürchtet, war das neue Magazin dann eben doch nicht. So zum Beispiel kann man in der Ausgabe 5/11 von Edito+Klartext lesen, dass die Inhalte doch besser sind, als zuerst angenommen. Absender: Florian Imbach. Leider ist diese Quelle im Internet nicht auffindbar. Denn der Online-Auftritt des Magazins ist auch nach fast einem Jahr nocht nicht geglückt und von den vermehrten Einträge online, wie in der Printausgabe 5/11 angekündigt, spürt noch man nichts. Aber vielleicht sollte man dem Magazin und seinen Machern auch hier noch etwas Zeit einräumen und nicht gleich alles schelten, nur weil man selber alles glaubt besser zu wissen.

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