Aufgefallen: Penetrante Bannerwerbung

von Matthias Giger

Stellen Sie sich vor, die Werbetafel am Bahnhof hätte Füsse und würde Sie bis zur Arbeit begleiten. Unangenehme Vorstellung, oder?
Aber genau das tun neuerdings die Werbebanner auf Online-Seiten mit journalistischen Inhalten. Klar, dieser Effekt von Werbebanner-Stalking ist bare Münze wert. Aber leserfreundlich ist das nicht gerade. Nun werden sich die Verlagshäuser auf den Standpunkt stellen, dass Leserinnen und Leser im Internet, wo die journalistische Leistung gratis und mehr oder weniger frei Haus abgerufen werden kann, mit solcher Bannerwerbung leben müssen. Das leuchtet zwar ein, nervt aber trotzdem. Und da ist der Griff zum Ad-Blocker dann nicht mehr weit.

Etwas älter ist das Phänomen von bewegten Werbebannern. Da Bewegung mehr Aufmerksamkeit erzeugt als reiner Text, lenken sie vom Inhalt ab. Entsprechend ermüdend ist es, Texte zu lesen, die in einen Bannerrahmen gebettet sind. Klar, es gibt Tricks, um die Banner abzuschiessen. Beispielsweise kann man in die Druckansicht wechseln und wenn das nicht hilft, den Text ausdrucken.

Vielleicht werden wir über die Gratis-Apps und die werbefreie Version, die es gegen einen kleinen Aufpreis fürs Smartphone oder den Tablet gibt, dazu erzogen, dass wir lieber etwas bezahlen und dafür eine werbefreie Version erhalten. Mich persönlich hat es immer schon geärgert, dass sich Zeitungen zu einem grösseren Teil über Inserate und zu einem kleineren Teil über die Abonnement-Einnahmen finanzieren müssen.

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