Aufgefallen: Die feigen Kritiker und das mutige Monopolfernsehen

von Matthias Giger

Da schreibt Andrea Hemmi, die Leiterin der Unternehmenskommunikation von SRF, im Tagesanzeiger einen Bericht. In diesem Bericht geht es darum, dass SRF einige Kritiker zu einem Stelldichein – im Bericht heisst es neudeutsch „get-together“ – eingeladen hat, von den 25 Eingeladenen aber niemand der Einladung gefolgt ist.

Nun tun sich dem aufmerksamen Leser oder der aufmerksamen Leserin dieses Berichts einige Fragen auf:

  • Wieso verfasst die Leiterein der Unternehmenskommunikation von SRF selbst einen Bericht im Tagesanzeiger?
  • Handelt es sich bei diesem Bericht nicht um PR in eigener Sache?
  • Würden Sie als einsilbiger oder mehrsilbiger Kritiker in die Höhle des Löwen gehen und Ihre Kritik kleinlaut an die Adresse von Medienprofis wenden?
  • Nach welchen Kriterien wurden die Eingeladenen ausgewählt – nebst dem sich-Nicht-hinter-einem-Pseudonym-verstecken?

Medienkritik ist richtig und wichtig für eine Demokratie. Und es ist auch legitim, eine Einladung auszuschlagen. Wie ja Andrea Hemmi schreibt, nimmt SRF „die in Online-Kommentaren geäusserten Feedbacks ernst“. Das schien den Eingeladenen bereits gereicht zu haben. Das Bedauern öffentliche Breitschlagen über die ausgeschlagenen Einladungen hätte man sich sparen können.

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Über Matthias Giger

Studium der Medien- und Kommunikation, Journalistik und Zeitgeschichte an der Universität Freiburg i.Ue., lic.rer.soc. Online-Redaktion bei der VR Leasing AG, Eschborn und bei der Zukunftsinstitut GmbH, Kelkheim. Von 2007 bis 2013 Lokalredaktor beim Toggenburger Tagblatt. Jetzt an einem Master of Science in Business Administration, Major Information Science.

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