Qualitäts-Nachlese zum Fall „Carlos“

von Philip Kübler

Peter Studer hat eine kürzliche Veranstaltung des Vereins Qualität im Journalismus besucht und im „Medienspiegel“ am 4. Juni einen anschaulichen Bericht mit kritischer Einschätzung veröffentlicht. Studers Texte zeugen immer von Erfahrung und Vertiefung und finden meistens eine hervorragende Balance von Medienfreiheit und Verantwortung. Seine Abwägung orientiert sich jeweils an bewährten ethischen und rechtlichen Kategorien – namentlich am Kodex des Presserates und an Bundesgerichtsentscheiden – und berücksichtigt sorgfältig die Situation und Interessen im Einzelfall.

Hier gewinnt man den Eindruck, dass sich der Schweizer Boulevard zuweilen nicht nur schnippisch von den selbstgewählten Berufsregeln distanziert (was für andere Branchen unsäglich wäre, nicht?), sondern auch von journalistischen Qualitätsanforderungen. Den Lesern war dank der Carlos-Berichterstattung das übertriebene Unwort „Sozialwahn“ zugemutet worden, das einen von ihnen an einem Märztag zu einem rat- und rastlosen Kommentar verführt hatte.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuell abgelegt am von .

Über Philip Kübler

Philip Kübler ist Präsident des Vereins Medienkritik. Er ist Rechtsanwalt, unterrichtet Medienrecht an der Universität Zürich, war langjähriges Mitglied des Schweizer Presserates und ist Mitglied der Eidgenössichen Medienkommission, die den Bundesrat in medienpolitischen Fragen berät. Philip Kübler war für die Unternehmenstransaktionen von Swisscom verantwortlich (Head of Mergers & Acquisitions) und zuvor langjähriger Chefjurist dieses Unternehmens. Seit August 2014 ist er der neue Direktor der Urheberrechtsgesellschaft ProLitteris.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.