Archiv des Autors: Philip Kübler

Über Philip Kübler

Philip Kübler ist Präsident des Vereins Medienkritik. Er ist Rechtsanwalt, unterrichtet Medienrecht an der Universität Zürich, war langjähriges Mitglied des Schweizer Presserates und ist Mitglied der Eidgenössichen Medienkommission, die den Bundesrat in medienpolitischen Fragen berät. Philip Kübler war für die Unternehmenstransaktionen von Swisscom verantwortlich (Head of Mergers & Acquisitions) und zuvor langjähriger Chefjurist dieses Unternehmens. Seit August 2014 ist er der neue Direktor der Urheberrechtsgesellschaft ProLitteris.

Begriff „Fake News“ geklärt!

Philip Kübler, 17. März 2017

Wenn der Verband Schweizer Medien eine Kampagne gegen Fake News lanciert (genau genommen eine Kampagne gegen den Eindruck, die Presse enthalte Fake News), ist das eine Einladung, der ganzen Welt (und Donald Trump) zu verkünden, was das ist. Weiterlesen

Patentiert Taylor Swift Urheberrechte?

von Philip Kübler

Stern Taylor Swift 2015-01-30

Natürlich nicht, diese Story dreht sich weder um Urheberrecht noch um Patente, obwohl das in fast allen Medienberichten steht. Orientiert man sich an den Schlagzeilen, so scheint die umtriebige US-Popsängerin gleich zweimal Copyright-Geschichte zu schreiben. Zuerst zieht sie ihre Songs aus dem Streaming-Dienst Spotify zurück. Und nun soll das US-Copyright Sprüche aus ihren Songtexten schützen? Weiterlesen

Keine Kleinigkeit

von Philip Kübler

Der Medienkonsum und das Kommunikationsleben entfernen sich vom Grossen und bewegen sich zum Kleinen:

  • SMS statt Brief.
  • Rasche Telefonate.
  • Kurzfutter in den Zeitungen.
  • Dünne Bücher.
  • Song statt Oper, Hits statt Symphonien.

Es ist ein Trend seit vielen Jahren. Weiterlesen

Das Internet liebt die Grösse

von Philip Kübler

Die Grösse ihrer Bäckerei ist den Kunden nicht so wichtig, solange sie mit dem Brot zufrieden sind. Im neuen Mediengeschäft des Internets aber zieht Grösse immer noch mehr Kunden an. Ist das ein Problem? Ist dagegen ein rechtliches oder politisches Kraut gewachsen? – Eigentlich ist das Wettbewerbsrecht zuständig, doch entstehen immer wieder neue Ideen.

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BR oder PR: Grosser runder Tisch der Freien BerufsjournalistInnen FBZ

von Philip Kübler

Spricht man mit Journalistinnen und Journalisten, dann versteht man unter dem Wort „Druck“ in den Medien schon längst nicht mehr das, was mit guten Texten und Bildern geschieht, sondern das, was die Schöpfer am eigenen Leib erleben. Statt gedruckter Zeitungen ökonomischer Druck der Werbekunden, der PR-Profis und der Medienmanager.

Was ist Journalismus im Angesicht übermächtiger PR? Die „Freien BerufsjournalistInnen FBZ“ laden zum grossen Runden Tisch ein, an dem eine profilierte Runde prominenter (Ex-)Journalistinnen, Medienkritiker und Wissenschaftlerinnen teilnehmen: Mittwoch, 3. September 2014, Türöffnung & Bar 18.30 Uhr, Beginn der Debatte 19 Uhr, Art Dock Zürich, Hohlstrasse 258, 8004 Zürich.

Für die Veranstalter geht es um eine Kernfrage ihres Berufs, und man spürt, dass die Organisatoren nicht ganz überzeugt sind von der Losung „I know it when I see it“ (= ich sehe dem Produkt an, wenn es journalistisch ist). Weiterlesen

Abstossend, was die anderen an Terror-Bildern zeigen …!

von Philip Kübler

Die Publikation von Schockbildern, die Opfer von Terroristen zeigen, ist immer wieder erregend. Dieses medienkritische Thema ist übersichtlich und der fundamentalen ästhetischen und moralischen Kritik zugänglich. Kein Vergleich mit den gewichtigeren Themen der Medienpraxis und Medienethik, den systembedingten kulturell-politisch-ökonomischen Medienfragen. Weiterlesen

Gibt es eine klare Grundlage für den „öffentlichen Auftrag“ der Medien?

von Philip Kübler

Viele Menschen und Organisationen tun Gutes und tragen etwas zur Qualität des öffentlichen Lebens bei. Beispielsweise dadurch, dass sie wahre und nützliche Informationen verbreiten und interessante Meinungen publizieren. Weiterlesen

Qualitäts-Nachlese zum Fall „Carlos“

von Philip Kübler

Peter Studer hat eine kürzliche Veranstaltung des Vereins Qualität im Journalismus besucht und im „Medienspiegel“ am 4. Juni einen anschaulichen Bericht mit kritischer Einschätzung veröffentlicht.  Weiterlesen

Gripen-Beitrag der „Rundschau“: Bericht der Ombudsstelle SRF

von Philip Kübler

Die Ombudsstelle des deutschsprachigen Schweizer Fernsehens hält die Rundschau-Sendung vom 16. April 2014 für programmrechtlich korrekt. Im online verfügbaren Schlussbericht beurteilt Achille Casanova die Sendung als Ganzes, also „ablehnender“ Filmbeitrag und „zustimmendes“ Bundesratsinterview zusammen. Weiterlesen

Das Video unserer Session am Swiss Media Forum

(red) Hier ist das Video zugänglich (Link). Das Thema war „Journalismus & PR – einerlei?“.

Unseren Bericht über die Session finden Sie hier.

 

Machtverschiebung von Journalismus zu PR?

(red)

Wir stellen hier bereits die Präsentation zur Session „PR & Journalismus – einerlei“ am Swiss Media Forum vom Donnerstag 16 Uhr in Luzern zur Verfügung.

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Peter Hartmeier hat Zeitung gelesen: Die Unterlagen seiner Studie

(red)

Nachdem wir unmittelbar nach dem Anlass der MedienVielfalt Holding vom 10. April über die Studie von Peter Hartmeier zur Medienvielfalt berichtet haben, können wir nun seine originalen Präsentationsunterlagen aufschalten. Weiterlesen

Warum ist „Hochstaplerin“ sagen ehrverletzend (ausser es stimmt)?

von Philip Kübler

Das strenge gerichtliche Urteil zum Ausdruck „Hochstaplerin“ ist – verkürzt gesagt und noch ohne Urteilsanalyse – auf drei Eigenheiten des Ehrverletzungsstrafrechts zurückzuführen: Weiterlesen

Anschauliches zum Erben

von Philip Kübler

Beobachter-TV ist eine Sendereihe im Schweizer Fernsehen SRF, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen anhand persönlichen Situationen und Schicksale beleuchtet. Die aktuelle Sendung ruft in Erinnerung, dass Erben auch die Schulden erben. Weiterlesen

Zahmes Radiogespräch der Medienprofis Stadler und Lüthi

von Philip Kübler

Lag es an den Themen? Oder traut man sich als Medienbeobachter in der kleinen Schweiz kaum, grössere Zusammenhänge zu zeigen und Fragen aufzuwerfen – oder gar Rat zu erteilen? Die SRF-Radiosendung „Medientalk“ von gestern Samstagmorgen verlief eher plätschernd und brachte wenig Neues.  Weiterlesen

Peter Hartmeiers Presseschau für die MedienVielfalt Holding

von Philip Kübler

Am 10. April 2014 führte die MedienVielfalt Holding AG in Zürich eine Veranstaltung durch mit dem Titel „Medienvielfalt – Ideenvielfalt – Titelvielfalt“. Eingeladen waren augewählte Persönlichkeiten, die der Veranstalterin nahe stehen, einige Politiker und Journalisten sowie eine Handvoll Medienbeobachter – so auch der Präsident des unabhängigen Vereins Medienkritik Schweiz, Philip Kübler. Weiterlesen

„Blick am Abend“ mutet dem Täter mehr Erkennbarkeit zu als dem Opfer

BlickamAbend_2014-04-07

von Philip Kübler

Vom Persönlichkeitsschutz muss man erst sprechen, wenn eine Person erkennbar ist. Identifizierende Berichterstattung. Sie geschieht gewöhlich über Namensnennung oder Porträt-Abbildung. Weiterlesen

Native Advertising: Die Regeln sind klarer als die neuen Buzzwords

von Philip Kübler

Im Unterschied zur Kommunikationsbranche kommt das Medienrecht mit bewährten Begriffen aus, wenn es gilt, das Phänomen Native Advertising einzuordnen. Die rechtlichen Begriffe heissen Trennungsgebot, Schleichwerbungsverbot und Sponsorennennung. Genauer: Weiterlesen

Grounding des Bankgeheimnisses – sehenswerter Dok-Film von SRF

von Philip Kübler

Heute Abend zeigte SRF 1 einen sehenswerten Dokumentarfilm von Hansjürg Zumstein zum Niedergang des steuerlichen Bankgeheimnisses in der Schweiz: „Der schmerzvolle Abschied – Wie das Bankgeheimnis abhanden kam“. Der Film nutzt die Stärke des gesprochenen Wortes, lässt interessante Schweizer Persönlichkeiten mit träfen Sätzen hören und erklärt die Niederlage der Schweiz gegenüber den USA mit Fassung. Das ist schön anzusehen. Doch weder „Titanic“ noch „Grounding“ kamen ohne zuckende Kameraführung und gespielte Aufregung aus, deshalb verzeiht man dem Dok-Film, dass er auch dem sinkenden Bankgeheimnis etwas Dramatik gönnt. Weiterlesen

Journalismus und PR – einerlei?

von Philip Kübler

Es gibt viele Gründe, warum der herkömmliche Journalismus gegenüber interessengebundener PR-Kommunikation schwächelt. Wir kommen auf 3×3=9 Aspekte. Wie gross das gesellschaftliche Problem ist und wo es sich praktisch auswirkt, ist offen. Ebenso die Frage, was man dagegen tun könnte.

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Medienwahn, Gesellschaftswahn. Wörter, Konstruktionen. Sondersetting, PR-Beratung.

von Philip Kübler

Nachdem der „Blick“ aufgrund einer noch unaufgeregten TV-Reportage des Schweizer Fernsehens die teure Betreuung des kriminellen Jugendlichen „Carlos“ angeprangert und das Wort „Sozial-Wahn!“ erfunden hatte,

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Hardcore-Fragen an Glencore: Wie antworten statt ausweichen?

von Philip Kübler

Die „Rundschau“ über die schmutzige Kupfermine in Sambia war eine anschauliche und gut verständliche TV-Dokumentation mit starker Eigenleistung der Redaktion: relevante Befragungen vor Ort, unabhängige Schadstoffproben. Dass Glencore einen Vertreter in die Live-Sendung geschickt hat, ist keine Selbstverständlichkeit. Beobachter vermerken nun kritisch, welchen Fragen das Unternehmen ausgewichen ist (Infosperber mit Liste). Einige Fragen lassen sich allerdings fast nicht beantworten. Weiterlesen

Quellenschutz: Ausnahmeliste mit 10 Teilen

von Philip Kübler

Die bundesgerichtliche Aufhebung des Quellenschutzes gegenüber einer Journalistin, die einen Drogenhändler porträtiert hat, entfachte eine Diskussion um den Quellenschutz im Journalismus. Zum Redaktionsgeheimnis wirft eigentlich weniger der konkrete Entscheid Fragen auf: Das Bundesgericht hat schnörkellos, aber aufgrund der Gesetzeslage logisch argumentiert. Problematisch ist vielmehr der nicht schlüssige Ausnahmekatalog im Strafgesetzbuch.

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Verunsicherung im schweizerischen Quellenschutz

von Philip Kübler

Es ist der letzjährigen Hausdurchsuchung und den Beschlagnahmungen gegen den Neuenburger Journalisten Ludovic Rocchi geschuldet, dass die Schweiz im Ranking der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ geringfügig abgestiegen ist. Weiterlesen

Ombudsstelle SRG.D: Sachgerecht und ausgewogen

von Philip Kübler

Ein häufiger Irrtum ist die Vorstellung, meinungsbildende Medienbeiträge in Radio und Fernsehen müssten „ausgewogen“ sein. Richtig ist, dass „sachgerecht“ genügt, solange sich konzessionierte Sender wie die SRF-Programme in einem sicheren Abstand zu Wahlen und Abstimmung bewegen. Sachgerechtigkeit gilt als niedrigere Anforderung, weil sie Einseitigkeit, Schieflage und Schlagseite zulässt. Der soeben erschienene Jahresbericht der Ombudsstelle SRG.D ruft diese Messlatte in Erinnerung. Weiterlesen

Die Macht der Schlagzeilen

von Philip Kübler

Eine Redaktion möchte über ein Ereignis berichten, dessen Bedeutung aber den eigenen Anspruch an die Relevanz der Themen unterschreitet, die man normalerweise bringt. Die Lösung: Man beruft sich ausdrücklich darauf, dass das Ereignis nun einmal „Schlagzeilen macht“. Oder sogar „für Schlagzeilen sorgt“. Weiterlesen

Trial & Error & Sorry

von Philip Kübler

Auf der Frontseite der Ausgabe vom 7. Februar 2012 entschuldigte sich die Tageszeitung „Blick“ für eine fünf Jahre zurückliegende Persönlichkeitsverletzung. Anlass für die Entschuldigung war ein Rechtsstreit mit dem Betroffenen. Das späte, kurze und erzwungene Eingeständnis erklärt dem Leser wenig.
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