Archiv der Kategorie: Aktuell

Peter Hartmeiers Presseschau für die MedienVielfalt Holding

von Philip Kübler

Am 10. April 2014 führte die MedienVielfalt Holding AG in Zürich eine Veranstaltung durch mit dem Titel „Medienvielfalt – Ideenvielfalt – Titelvielfalt“. Eingeladen waren augewählte Persönlichkeiten, die der Veranstalterin nahe stehen, einige Politiker und Journalisten sowie eine Handvoll Medienbeobachter – so auch der Präsident des unabhängigen Vereins Medienkritik Schweiz, Philip Kübler. Weiterlesen

Native Advertising: Die Regeln sind klarer als die neuen Buzzwords

von Philip Kübler

Im Unterschied zur Kommunikationsbranche kommt das Medienrecht mit bewährten Begriffen aus, wenn es gilt, das Phänomen Native Advertising einzuordnen. Die rechtlichen Begriffe heissen Trennungsgebot, Schleichwerbungsverbot und Sponsorennennung. Genauer: Weiterlesen

Grounding des Bankgeheimnisses – sehenswerter Dok-Film von SRF

von Philip Kübler

Heute Abend zeigte SRF 1 einen sehenswerten Dokumentarfilm von Hansjürg Zumstein zum Niedergang des steuerlichen Bankgeheimnisses in der Schweiz: „Der schmerzvolle Abschied – Wie das Bankgeheimnis abhanden kam“. Der Film nutzt die Stärke des gesprochenen Wortes, lässt interessante Schweizer Persönlichkeiten mit träfen Sätzen hören und erklärt die Niederlage der Schweiz gegenüber den USA mit Fassung. Das ist schön anzusehen. Doch weder „Titanic“ noch „Grounding“ kamen ohne zuckende Kameraführung und gespielte Aufregung aus, deshalb verzeiht man dem Dok-Film, dass er auch dem sinkenden Bankgeheimnis etwas Dramatik gönnt. Weiterlesen

Hardcore-Fragen an Glencore: Wie antworten statt ausweichen?

von Philip Kübler

Die „Rundschau“ über die schmutzige Kupfermine in Sambia war eine anschauliche und gut verständliche TV-Dokumentation mit starker Eigenleistung der Redaktion: relevante Befragungen vor Ort, unabhängige Schadstoffproben. Dass Glencore einen Vertreter in die Live-Sendung geschickt hat, ist keine Selbstverständlichkeit. Beobachter vermerken nun kritisch, welchen Fragen das Unternehmen ausgewichen ist (Infosperber mit Liste). Einige Fragen lassen sich allerdings fast nicht beantworten. Weiterlesen

Quellenschutz: Ausnahmeliste mit 10 Teilen

von Philip Kübler

Die bundesgerichtliche Aufhebung des Quellenschutzes gegenüber einer Journalistin, die einen Drogenhändler porträtiert hat, entfachte eine Diskussion um den Quellenschutz im Journalismus. Zum Redaktionsgeheimnis wirft eigentlich weniger der konkrete Entscheid Fragen auf: Das Bundesgericht hat schnörkellos, aber aufgrund der Gesetzeslage logisch argumentiert. Problematisch ist vielmehr der nicht schlüssige Ausnahmekatalog im Strafgesetzbuch.

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Ombudsstelle SRG.D: Sachgerecht und ausgewogen

von Philip Kübler

Ein häufiger Irrtum ist die Vorstellung, meinungsbildende Medienbeiträge in Radio und Fernsehen müssten „ausgewogen“ sein. Richtig ist, dass „sachgerecht“ genügt, solange sich konzessionierte Sender wie die SRF-Programme in einem sicheren Abstand zu Wahlen und Abstimmung bewegen. Sachgerechtigkeit gilt als niedrigere Anforderung, weil sie Einseitigkeit, Schieflage und Schlagseite zulässt. Der soeben erschienene Jahresbericht der Ombudsstelle SRG.D ruft diese Messlatte in Erinnerung. Weiterlesen

Eidgenössische Medienkommission: «Wenn Fehler, dann bitte neue»

 Bild von Prof. Dr. Otfried Jarren beim Referat an der Jahrestagung von Medienkritik Schweiz zur von ihm präsidierten Eidgenössischen Medienkommission.

Prof. Dr. Otfried Jarren beim Referat an der Jahrestagung von Medienkritik Schweiz zur von ihm präsidierten Eidgenössischen Medienkommission. Bild: Matthias Giger

(red)

Der scheidende Medienkritik-Schweiz-Präsident Gottlieb F. Höpli hat an der Jahrestagung auf die letzte grosse Medienkommission (1978-1982) und deren Ausläufer zurück geblickt. An Prof. Dr. Otfried Jarren, den Gastredner und Präsidenten der aktuellen Eidgenössischen Medienkommission (EMEK), richtete er den Wunsch, wenn Fehler, dann bitte neue zu begehen.
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Medienkritik vor Gericht

von Philip Kübler

Die NZZ musste vor Obergericht einen Bericht von Rainer Stadler gegen die Klage der Weltwoche verteidigen. Klar war der Fall nicht. Die Meinungs- und Medienfreiheit sollte auch dann zum Zug kommen, wenn Journalisten die Medien kritisieren, zum Beispiel indem sie unklare Finanzierungsverhältnisse an einer Zeitschrift thematisieren und die redaktionelle Unabhängigkeit anzweifeln. Weiterlesen

„Da hilft vielleicht eine Aussensicht“

INTERVIEW MIT PROF. DR. OTFRIED JARREN (verdankenswerterweise vom Medienmagazin Edito+Klartext zur Verfügung gestellt)
von Helen Brügger und Bettina Büsser, erschienen in EDITO+KLARTEXT NR. 4/2013

Otfried Jarren ist Präsident der neugeschaffenen Eidgenössischen Medienkommission. Im Interview spricht er über die Grüde der Medienkrise, die neuen Aufgaben der Verleger und Medienschaffenden, die Probleme der Publikumsforschung, die Auswirkungen der Werbung auf den Journalismus – und darüber, was die Kommission in diesen Fragen unternehmen kann und will. Weiterlesen

Lieber Selbst- als Fremdkontrolle – der Presserat

von Matthias Giger

Präsident Dominique von Burg hat an der Jahrespressekonferenz festgehalten, dass der Presserat auf ein geschäftiges Jahr zurück blicken kann. 95 Beschwerden sind eingegangen. Dies seien beinahe so viele wie im Rekordjahr 2003 (103).

Und noch nie hat der Presserat so viele Stellungnahmen veröffentlicht.

78 an der Zahl. Dies dokumentiere das anhaltende Interesse des Publikums am Presserat und ebenso dessen gutes Funktionieren, so Dominique von Burg. Weiterlesen

Presserat: Im Fall Strehle ist die „Weltwoche“ zu weit gegangen

von Matthias Giger

An der diesjährigen Pressekonferenz des Schweizer Presserats hat Vize-Präsident Max Trossmann den Entscheid im Fall „Weltwoche Strehle“ bekannt gegeben. Dem Selbstkontrollorgan der Schweizer Medien ging die „Weltwoche“ in diesem Fall zu weit. Von der Sache her aus Sicht des Presserats korrekt, habe sich die Weltwoche bei der Form gleich mehrfach vertan. Weiterlesen

Edito Klartext Interview mit Doris Leuthard

(red)

In der Zeitschrift Edito Klartext ist ein Intveriew von Bettina Büsser und Philipp Cueni mit Bundesrätin Doris Leuthard erschienen. Darin geht es mitunter um die Presseförderung, um die neu gebildete Medienkommission oder die digitale Zukunft der SRG. Doris Leuthard blickt aber auch kritisch auf die Medien und die beruflichen Bedingungen im Journalismus: Weiterlesen

Journalismus – unverzichtbar: Warum wir alle über journalistische Qualität streiten müssen

von Vinzenz Wyss

Wir behaupten ja, dass wir alle über journalistische Qualität streiten müssen. Wir alle, die wir in dieser Gesellschaft unterwegs sind, miteinander interagieren, in bestimmten Rollen in Organisationen eingebunden sind, wir alle sind als Bürger, Konsumentinnen, Kunstliebhaber, Gläubige, vom Recht Betroffene, an Wissen und Bildung Interessierte, oder als Eltern darauf angewiesen, dass das was wir Journalismus nennen, auch tatsächlich funktioniert. Weiterlesen

Die Sucht nach Sensationsbildern

von Silvana Meisel

Die Verleihung des World-Press-Photo-Awards brachte die Diskussion über Bildmanipulation wieder in Gang. Das Siegerbild sei zu stark bearbeitet worden, lautete die Kritik. MAZ-Studienleiter und Fotoexperte Reto Camenisch erklärt, warum immer manipuliert wird. Dabei kritisiert er auch die Rolle der Bildredaktionen, die nach immer spektakuläreren Bildern verlangten.
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Angewandte Kritik auf dem Stolperpfad

von Michel Wyss

Die mit viel Elan lancierten Online-Magazine Zentralplus und Journal B sahen sich schon nach kurzer Zeit mit Schwierigkeiten konfrontiert. Das Berner Projekt hat nach nur acht Monaten bekannt gegeben, den professionellen Betrieb bald einzustellen. Und auch auf das Innerschweizer Magazin Zentralplus warten hohen Hürden. Unabhängige Medien, die ihre Selbstlegitimation aus der Kritik an der etablierten Konkurrenz holen, haben offensichtlich einen schweren Stand.
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Nicht alle wollen Brücken bauen

von Florian Bodoky

Medienwissenschaftler und Journalisten sind schlecht aufeinander zu sprechen. Mitte April unternahm die Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft an ihrer Jahrestagung ein Annäherungsversuch. Es gibt aber auch prominente Stimmen, die in der Reibung zwischen Theorie und Praxis nichts Schlechtes erkennen.
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Der erste Medienclub von SRF mit mässiger Resonanz

von Philip Kübler

Am 28. Mai 2013 hat das Schweizer Fernsehen SRF seinen ersten Medienclub ausgestrahlt. Thema war die Darstellung von Terrorakte durch die Medien. Die Moderatorin Karin Frei begrüsste um 22:20 Uhr Patrick Müller, Chefredaktor der „Schweiz am Sonntag“ und Alexandra Stark, Studienleiterin des MAZ als ständige Gäste. Hinzu kamen Diego Yanez, Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Rainer Stadler von der NZZ, Rolf Cavalli vom Blick und Vinzent Wyss, Professor an der ZHAW. Neben dem eigentlichen Thema kamen zur Sprache: Qualität in den Medien, die Arbeitsbedingungen der Journalisten, der Medienwandel, die Berufsaussichten junger Journalisten, die Attraktivität des Journalistenberufes und – kaum erläutert – die Persönlichkeitsverletzung eines St. Galler-Taxifahrers durch den „Blick“. Weiterlesen

Selbstgerechte Medien

Von Philip Kübler

Medienkritik Schweiz hat sich am Swiss Media Forum in Luzern der Frage zugewendet, ob die Medien in der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben genügend Selbstkontrolle üben. Anhand der Affäre Kachelmann – einer Strafuntersuchung gegen den Meteorologen mit gerichtlichem Freispruch – haben die Medienrechtler Rena Zulauf (Rechtsanwältin), Simon Canonica (Tamedia) und Philip Kübler (Medienkritik Schweiz) unter anderem die Spielregeln für die Unschuldsvermutung diskutiert. Jörg Kachelmann hat an der Diskussion engagiert mitgewirkt.

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Aus der medienrechtlichen Praxis

Kurzinterviews mit Rena Zulauf, Simon Canonica und Philip Kübler von Matthias Giger

Medienrecht und Medienkritik überschneiden sich zuweilen. Nicht immer zeigen sich medienrechtlich belangte Journalistinnen und Journalisten einsichtig.
So sagte die Rechtsanwältin Rena Zulauf, die in ihrer Zürcher Anwaltskanzlei oft durch die Medienöffentlichkeit geschädigte Privatpersonen vertritt, am Swiss Media Forum 2013 beim Podium „Selbstgerechte Medien“:

Die Medien tun sich leider ausserordentlich schwer mit Selbstkritik: Es ist heutzutage schwieriger, ein „Sorry“ auszuhandeln als Schadenersatz.
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Klare Regeln vereinfachen die Arbeit

von Lian Voggel

Die Arbeit der Medienjournalisten wird dadurch erschwert, dass sie selbst Teil des Systems sind, über das sie berichten. Klare Regelungen entschärfen die Probleme, die dieses professionelle Handicap mit sich bringt. Klaus Bonanomi, Wirtschaftsredaktor mit Fachgebiet Medien bei Radio SRF, kennt dieses Dilemma. Er fühlt sich in seiner Arbeit aber deshalb nicht eingeschränkt.
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Leserkontakt ist auch Medienkritik

von Claudia Fröhlich

Zu viel Selbstkritik in der Zeitung ist unnötig, findet Christian Dietz-Saluz. Der Redaktionsleiter der Zürichsee-Zeitung in Stäfa äussert sich nur dann öffentlich zu Interna, wenn es wirklich etwas zu berichten gibt. Das sei nur äusserst selten der Fall. Der direkte Kontakt zum Publikum sei die wichtigere Form der Selbstreflexion für ein Lokalmedium.
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