Möchten Sie Mitglied werden?

Von: red

Wir freuen uns über Ihre Mitgliedschaft und danken Ihnen bestens.
Sie können sich anmelden via Rubrik “Verein” – “Mitglied werden”.
Verein Medienkritik Schweiz

Profil von Medienkritik Schweiz


Medienkritik Schweiz bringt Menschen aus dem Medienumfeld und aus den Medien zusammen und bieten eine Plattform für die unabhängige Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen. In unserem Vorstand finden die Bereiche Kultur, Journalismus, Public Relations, Medienwissenschaft, Medienproduktion, Mediennutzung, die Wirtschaftsverbände und das Medienrecht zusammen. Der Vorstand ist unabhängig, er arbeitet ehrenamtlich und nebenberuflich, weil wir Medien schätzen und für wichtig halten.
Unser Interesse gilt primär dem Mediensystem, seinen Gesetzmässigkeiten und schweizerischen Besonderheiten im Interesse der Gesellschaft: die Nutzer sollen die Nutzniesser guter Medien sein. [...]

Das Internet liebt die Grösse

Von: Philip Kübler, 19. September 2014

Die Grösse ihrer Bäckerei ist den Kunden nicht so wichtig, solange sie mit dem Brot zufrieden sind. Im neuen Mediengeschäft des Internets aber zieht Grösse immer noch mehr Kunden an. Ist das ein Problem? Ist dagegen ein rechtliches oder politisches Kraut gewachsen? – Eigentlich ist das Wettbewerbsrecht zuständig, doch entstehen immer wieder neue Ideen.

Keine Kommentare

BR oder PR: Grosser runder Tisch der Freien BerufsjournalistInnen FBZ

Von: Philip Kübler, 29. August 2014

Spricht man mit Journalistinnen und Journalisten, dann versteht man unter dem Wort “Druck” in den Medien schon längst nicht mehr das, was mit guten Texten und Bildern geschieht, sondern das, was die Schöpfer am eigenen Leib erleben. Statt gedruckter Zeitungen ökonomischer Druck der Werbekunden, der PR-Profis und der Medienmanager.

Was ist Journalismus im Angesicht übermächtiger PR? Die “Freien BerufsjournalistInnen FBZ” laden zum grossen Runden Tisch ein, an dem eine profilierte Runde prominenter (Ex-)Journalistinnen, Medienkritiker und Wissenschaftlerinnen teilnehmen: Mittwoch, 3. September 2014, Türöffnung & Bar 18.30 Uhr, Beginn der Debatte 19 Uhr, Art Dock Zürich, Hohlstrasse 258, 8004 Zürich.

Für die Veranstalter geht es um eine Kernfrage ihres Berufs, und man spürt, dass die Organisatoren nicht ganz überzeugt sind von der Losung “I know it when I see it” (= ich sehe dem Produkt an, wenn es journalistisch ist).

Die Debatte ist zu begrüssen, weil der Journalismus, wie man ihn zu kennen und geordnet zu wissen glaubte, schleichend und doch systematisch von PR bedrängt oder verdrängt wird. Wie steht es um die Unabhängigkeit der Medienschaffenden gegenüber den Vorgesetzten, Eigentümern und zahlenden (Werbe-)Kunden? Um die reglementierte und institutionalisierte Absicherung dieser Unabhängigkeit (darf man solches überhaupt noch fordern)? Und nicht zuletzt um die Sorgfalt und Fairness im ökonomischen und politischen Sachzwang? Wer verdient sie sich noch, die dank gesellschaftsrelevanter Rolle, Leistung und Qualität gewährten Privilegien des Journalisten (Zugang, Kommunikationsfreiheiten)?

Wer ist noch ein Kommunikator, der in einer ökonomisierten Welt nichts anderes verkaufen will als seine nach bestem Wissen und Gewissen geschöpften Tatsachen und Meinungen?

Der Berufsausweis war und ist eine Teilantwort auf diese Fragen. Schön, dass er als “BR” nun beleuchtet und gewaltfrei den Public Relations gegenübergestellt wird. Wir kräftig und profiliert ist dieser Ausweis noch?

Medienkritik Schweiz hat sich wiederholt mit der Frage auseinandergesetzt, worin sich journalistische Leistungen von PR-Leistungen unterscheiden:

Eine mögliche Antwort könnte für die Journalistinnen und Journalisten von strategischer Bedeutung sein – hier ein Vorschlag:

“Wir lassen für unseren Beruf ein Set von Regeln gelten, die wir offenlegen und öffentlich beraten. Nicht nur, aber auch am Fall Geri Müller. Mit Nennung der Regeln, nicht bloss freigeistig. Unsere Einhaltung dieser Regeln überwachen wir selbstkritisch und organisatorisch (ja, das bedeutet ein wenig Bürokratie und Dokumentation, denn wir können nicht beweisfrei und selbstgerecht behaupten, dass wir PR-Avancen im Griff haben und wenn nötig erfolgreich zurückdrängen oder offenlegen – alles ohne organisatorische und überwachende Massnahmen). Wir glauben, dass wir mit dieser Selbstbindung und Selbstregulierung Glaubwürdigkeit gewinnen und auch wirtschaftlich Erfolg haben werden.”

Und dann:

“Jetzt müssen wir nur noch die Verleger überzeugen und das Ganze beweisen.”

Medienkritik Schweiz wünscht den Organisatorinnen und Organisatoren der Veranstaltung eine gelungene Diskussion.

 

Keine Kommentare

Abstossend, was die anderen an Terror-Bildern zeigen …!

Von: Philip Kübler, 13. August 2014

 

Die Publikation von Schockbildern, die Opfer von Terroristen zeigen, ist immer wieder erregend. Dieses medienkritische Thema ist übersichtlich und der fundamentalen ästhetischen und moralischen Kritik zugänglich. Kein Vergleich mit den gewichtigeren Themen der Medienpraxis und Medienethik, den systembedingten kulturell-politisch-ökonomischen Medienfragen.

Der SRF-Medienclub zum Beispiel hat sich in seinem jungen Alter – es gibt dieses in den “Club” eingebettete Format erst seit Mai 2013 – bereits zweimal mit dem Thema Terror- und Katastrophenbilder befasst: Das sind zwei von erst drei oder vier Medienclub-Sendungen (eine Kommentierung der ersten Sendung vom 31. Mai 2013 findet sich in der Medienwoche).

So ist es nicht verwunderlich, wenn sogar der Blick am Abend medienkritisch wird. Er tut es mit dem Wort “Abstossend” und meint die auf Facebook erscheinenden Gräuelbilder der Terror-Organisation IS. Sinngemäss erwartet der “Blick”, dass Facebook solche Publikationen aussperrt, denn sie seien fast schlimmer als die Gräuel (sic!).  Natürlich druckt die Abendzeitung die Gräuelbilder ebenfalls ab, als bloss versteckt deklariertes Bildzitat der “BILD”.

Hier nun das Bildzitat des Blick-am-Abend-Beitrags von gestern mit dem BILD-Bild, samt Scheinempörung über die Facebook-Bilder:

Blick am Abend 12.08.2014

An den Hinweis auf diese offensichtliche Scheinempörung muss die Frage anschliessen, was das Unkenntlichmachen der Gesichter der IS-Opfer Gutes bewirken soll, wenn das Schockierende doch eigentlich a) in der abgebildeten Gewalttat und b) im stolzen Präsentieren der (anonymen) Opfer über die Medien liegt? Die Pixelung in der Absicht, einem Bild den Schrecken zu nehmen oder die Angehörigen der Opfer zu schonen, ist eine jüngere und fragwürdige Bildbearbeitungspraxis der Boulevardmedien. Schon zur Wahrung der Privatsphäre ist die Pixelung fragwürdig, aber immerhin einigermassen wirksam.

Seriös ist in all diesen Fällen einzig, diese Bilder überhaupt nicht zu zeigen, und sich der dahinterliegenden Sache zu widmen. Die Sprache ist ein wunderbares Mittel, um dem Grauenhaften ein Gesicht zu geben.

 

 

Keine Kommentare

Medienvielfalt bedingt nicht unabhängige Journalisten

Von: red, 16. Juli 2014

(red) Immer wieder geht das Selbstverständnis der Journalisten von der Unabhängigkeit gegenüber dem eigenen Arbeitgeber aus, zuletzt z.B. im Zusammenhang mit der Basler Zeitung, in deren Führung die Chefredaktion und das Eigentum – und damit auch die Verlegertätigkeit – zusammengeführt wurden. Der Hintergrund ist ein beanspruchter „öffentlicher Auftrag“ der publizistischen Medien, wie er z.B. im Journalistenkodex zum Ausdruck kommt (und sich auch rechtlich einordnen lässt).

Stefan Vannoni ist Ökonom und stellvertretender Leiter allgemeine Wirtschaftspolitik & Bildung des Wirtschaftsverbandes economiesuisse. Er ist Vorstandsmitglied von Medienkritik Schweiz und zieht im folgenden Beitrag das erwähnte journalistische Selbstverständnis in Zweifel.


Von: Stefan Vannoni, 16. Juli 2014

Haben Journalisten – wie das manchmal behauptet wird – tatsächlich zwei Dienstherren? Müssen sie, neben der Erfüllung der Aufgaben des privaten Arbeitgebers (des Verlags), auch einen öffentlichen Auftrag erfüllen und somit unabhängig sein? Die Antwort lautet klar nein. Machen wir die Journalisten nicht zu besseren Menschen, als sie sind. Wie andere Arbeitnehmer stehen auch Journalisten in erster Linie ihrem Arbeitgeber gegenüber in der Pflicht.

1 Kommentar