Die Rolle des Journalistenverbands

Von: Nadine Baumgartner | Simone Nüesch
11. April 2012

Medienkritik gehört nicht zum Kerngeschäft eines Berufsverbands. Dennoch gibt es bei «impressum», der grössten Schweizer Journalistenorganisation, breit gefächerte medienkritische Aktivitäten, wie das Gespräch mit zwei Exponenten des Verbands zeigt.

Salva Leutenegger, Zentralsekretärin von «impressum» Schweiz, und David Strohm, Vorstandsmitglied des Zürcher Pressevereins, eine Sektion von «impressum», haben am 14. März 2012 das Medienkritikseminar am IAM besucht, um sich unseren Fragen zu stellen. Medienkritik gehört nicht zum Kerngeschäft von impressum. Dazu ist aus ihren Reihen der Presserat gegründet worden und impressum-Vertreter sind nach wie vor im Stiftungsrat des Presserats vertreten. Zusätzlich trägt der Berufsverband zusammen mit den beiden Mediengewerkschaften SSM und Syndicom das Medienmagazin «Edito + Klartext».
Trotzdem kommt der grösste Journalistenverband der Schweiz nicht um die Beschäftigung mit Kritik an den Medien herum. David Strohm beispielsweise twittert regelmässig kritische Bemerkungen zu Vorkommnissen in der Medienlandschaft. Was wiederum eher darauf hinweist – wie David Strohm im Interview auch sagt – dass aktive Medienkritik vor allem unter Medienschaffenden selber stattfindet. Die grosse Öffentlichkeit wird damit nicht erreicht.

Neben Medienkritik waren auch die Arbeitsbedingungen von Journalisten ein Thema, wofür sich Salva Leutenegger insbesondere im Zentralsekretariat in Zürich einsetzt. Dass ein Gesamtarbeitsvertrag für Journalisten in der Deutschschweiz in weiter Ferne liegt, ist ständiger Diskussionsstoff bei impressum. Auch der wirtschaftliche Druck, unter dem die Journalistinnen und Journalisten zunehmend stehen, wird immer wieder angesprochen. Salva Leutenegger stellt darüber hinaus eine bedauernswerte Entwicklung in den Redaktionen fest. Früher standen die Chefredaktoren hinter den Journalisten, schützten sie gegen Aussen. Das habe sich geändert:

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